Zertifikationslehrgang Traumatherapie für Kunsttherapeut*innen 2021-22

Dieser Lehrgang wird vom IKT- das Institut für Kunsttherapie veranstaltet und von mir als Referentin Abgehalten. Siehe auch https://www.ikt.or.at/

Warum - Traumatherapeutische FB?

Weil wir ohne dem "Trauma-Wissen" unseren Klient*innen nicht mehr gerecht werden. Mind. 80% aller psychisch erkrankten sind, laut dem Psychotraumatologen Prof. Martin Sack aus Deutschland, traumatisiert. Ich gehe einen Schritt weiter und meine, dass alle meiner privaten Klient*innen Bindungsverletzungen erfahren haben. Und solche wiederholenden Stressoren sind persönlichkeitsprägend.

Ein Entwicklungstrauma ist ein Beziehungstrauma und braucht in der Behandlung spezielle Kenntnisse und Anforderungen.

 

Im Moment boomen Traumafortbildungen. Aber warum eines speziell für Kunsttherapeut*innen?

Traumatfortbildungen für Psycholog*innen greifen sowieso schon auf Techniken, die dem Sinnlichen Tun zugeordnet sind, zurück. Sie erkennen, dass es ohne Ganzheitlichkeit nicht mehr geht. Dass es, ohne auf den Körper und somit auf das implizite (Körper)Gedächtnis zurückzugreifen und mit ihm zu tun, keine Veränderung in der Therapie gibt. Da Frühtraumatisierte ihre dysfunktionalen Muster in der präverbalen Phase ihres Lebens ausgebildet haben, ist unser nonverbale Zugang hilfreich. 

Und wir Kunsttherapeut*innen können das = Beziehung halten und gestalten UND schauen, welches gesunde Gleichgewicht unser Gegenüber braucht, um in die eigene Gestaltungs-Ausdruckskraft zurück zu kommen.

 

 


Aufbau des Zertifikationslehrgangs:

Das Trauma-Weiterbildungs-Curriculum in Psychotraumatherapie und Kunsttherapie...

ist modular und aufeinander aufbauend aufgebaut, d.h. die Seminare werden einzeln gebucht und gezahlt. Es gibt keinen Mindest-Zeitraum, in dem die Seminare absolviert werden müssen. Die folgende Kostenaufstellung der aktuellen Preise und Termine dienen der Orientierung (Änderungen vorbehalten). 

Start ist Freitag, 19. September 2021 in Oberösterreich (Elisana - Zentrum für ganzheitliche Gesundheit, Museumstraße 31a, 4020 Linz).

 

Erst nach erfolgreicher Absolvierung aller Module wird vom ÖBKT das Zertifikat ausgestellt.


Inhaltliche Beschreibung:

In der Behandlung habe ich klare Anwendungsstrukturen gefunden, anhand denen ich diesen Lehrgang aufgebaut habe. 

Sie sind haltgebend und lassen viel Platz für das intuitive ganzheitliche künstlerische und individuelle Gestalten des Prozesses. 

 

In diesem Zertifikationslehrgang erlernst du einen bindungs- und ausdrucksorientierten ganzheitlichen Zugang zu deinen Klient*innen. 

 

Es wird ein hin und her oszillieren von Theorie und Praxis sowie Selbsterfahrungsübungen geben. 

 

Fallvignetten dienen der Veranschaulichung von Prozessen.

 

In der Fortbildung lernst du u.a.:

  • Grundlagen der Psychotraumatologie und Traumatherapie
  • u.a. was passiert im Nervensystem im Menschen und wie steht es um die Regulationsmöglichkeiten
  • die Wichtigkeit des Impliziten Gedächtnis und des Expliziten Gedächtnis
  • Fachbegriffe und deren Umgang damit wie:
    • Dissoziation 
    • Flashback
    • somatische Übertragung
    • Transgenerationale Übertragungen
  • die Beziehungsgestaltung und deren großen Herausforderungen gerade bei Frühtraumatisierten
    • Beziehungsaufbau, Kontakt halten, Sicherheit herstellen
    • Arbeit mit Übertragungen und Spiegelung
    • Co-Regulation
    • Umgang mit überflutenden Gefühlen
  • der Ressourcen-Raum, der ein Experimentierfeld für sinnliches Tun darstellt. Ein Schwerpunkt ist da schon das bewusste Tun mit dem Körper. Das Darstellende Medium, also den (sanften) Einsatz des Körpers (dazu wird es viele Übungen geben) und die Bildenden Medien wechseln sich ab und geben Einblick in Stabilisationsprozesse. 
  • ob Traumakonfrontation überhaupt möglich ist und wenn ja, wie?
  • Wie die Klient*innen daheim die Erfahrungen integrieren und was Neuorientierung überhaupt bedeutet