Zertifikationslehrgang Traumatherapie für Kunsttherapeut*innen 2021-22

Dieser Lehrgang wird vom IKT- das Institut für Kunsttherapie veranstaltet und von mir geleitet. Siehe auch https://www.ikt.or.at/

Warum - Traumatherapie?

Immer mehr traumatisierte Menschen kommen zur Kunsttherapie. Es wird davon ausgegangen, dass bei mind. 80% der psychisch Erkrankten ein Trauma zugrunde liegt. 

Und ich gehe einen Schritt weiter und meine, dass viele meiner privaten Klient*innen Bindungsverletzungen erfahren haben. Und solche wiederholenden Stressoren sind persönlichkeitsprägend.

 

Ein Entwicklungstrauma ist ein Beziehungstrauma und braucht in der Behandlung spezielle Kenntnisse und Anforderungen.

Aus diesem Grund bietet der IKT (dem Österreichischen Berufsverband für Kunsttherapie zugehöriges Institut) ein praxisbezogenes und lebendiges Lehrgangskonzept in Psychotraumatologie an.

Er ist bindungs- und ausdrucksorientiert.

Es geht um ein ganzheitliches sinnlich-kreatives Begleiten (zur Unterstützung) von Menschen mit seelischen Wunden hin zum gesundheitsaktiven Regulativ.

 

Trauma-sensibles Arbeiten setzt ein hohes Maß an Kenntnissen und Verantwortungsbereitschaft voraus.

 

Traumatfortbildungen für Psycholog*innen greifen gerne auch auf Techniken, die dem Sinnlichen Tun zugeordnet sind, zurück. Sie erkennen, dass es ohne Ganzheitlichkeit nicht mehr geht. Dass es, ohne auf den Körper und somit auf das implizite (Körper)Gedächtnis zurückzugreifen und mit ihm zu tun, keine Veränderung in der Therapie gibt. Da Frühtraumatisierte ihre dysfunktionalen Muster in der präverbalen Phase ihres Lebens ausgebildet haben, ist unser nonverbale Zugang hilfreich. 

Und wir Kunsttherapeut*innen können das = Beziehung halten und gestalten UND schauen, welches gesunde Gleichgewicht unser Gegenüber braucht, um in die eigene Gestaltungs-Ausdruckskraft zurück zu kommen.

 

 


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Psychotraumatherapie Lehrgangsbeschreibung 2021-22
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Seminarinhalte:

Seminarinhalte (mit Gesamtumfang von 141 UE)

Teil 1:   Grundlagen der Psychotraumatologie und  

             Psychotraumatherapie

·        „Allgemeine Grundlage der Psychotraumatologie und Traumatherapie“ -18 UE

      (Sa., 18.- So.,19. Sept. 2021) (Linz)

·        Optionales Vertiefungs-Seminar (Wahlseminar kann zusätzlich bzw. extra gebucht werden) „Transgenerationales Trauma“ 

18 UE (Sa., 11.-So., 12. Dez. 2021) (Kärnten)

 

Teil 2:   Die Anwendungsräume in der Kunsttherapie bei

              Psychotraumata – insges. 63 UE

 

·        Teil 2/Seminar 1: (Sa., 20.- So., 21. Nov. 2021)

„Der Beziehungsraum in der Traumatherapie“

·        Teil 2/Seminar 2: (Fr., 28.- Sa., 29.01.2022)

„Der Stabilisationsraum in der Traumatherapie“

·        Teil 2/Seminar 3: (Sa., 5. März 2022)

„Der Konfrontationsraum in der Traumatherapie“

·        Teil 2/Seminar 4: (Sa., 21. – So., 22. Mai 2022)

„Der Integrationsraum in der Traumatherapie“

 

Teil 3:   Behandlung nach Akutereignissen: Frühe       

             Interventionen und Traumafolgestörungen –         

             16 UE (Sa., 17.- So., 18. Sept. 2022)

 

Teil 4:   Traumaspezifische Selbsterfahrung – 10 UE

               (Sa., 17. November 2022)

 

Teil 5:   Supervision – 20 UE

 

Teil 6:   Zertifikationsgespräch – 14 UE


Inhaltliche Beschreibung:

In der Behandlung mit traumatisierten Menschen habe ich eine klare Anwendungsstrukturen gefunden, anhand denen ich diesen Lehrgang aufgebaut habe. 

Sie sind haltgebend und lassen viel Platz für das intuitive, ganzheitliche und künstlerische Gestalten innerhalb von Prozessen. 

 

In diesem Zertifikationslehrgang liegt ein praxisbezogenes Konzept zugrunde und er vermittelt einen bindungs- und ausdrucksorientierten ganzheitlichen Zugang zu deinen Klient*innen. 

 

Es wird ein hin und her oszillieren von Theorie und Praxis sowie Selbsterfahrungsübungen geben. 

 Fallvignetten dienen der Veranschaulichung von Prozessen.

 

In der Fortbildung lernst du u.a.:

  • Grundlagen der Psychotraumatologie und Traumatherapie
  • u.a. Was passiert im Nervensystem im Menschen und wie steht es um die Regulationsmöglichkeiten
  • die Wichtigkeit des Impliziten Gedächtnis und des Expliziten Gedächtnis (Wie strukturieren wir Erinnerungen im Körper und Kopf)
  • Fachbegriffe und deren Umgang damit wie:
    • Dissoziation 
    • Flashback
    • somatische Übertragung
    • Transgenerationale Übertragungen
  • das Arbeiten mit den Ich-Anteilen
  • die Beziehungsgestaltung und deren großen Herausforderungen gerade bei Frühtraumatisierten
    • Beziehungsaufbau, Kontakt halten, Sicherheit herstellen
    • Arbeit mit Übertragungen und Spiegelung
    • Co-Regulation
    • Umgang mit überflutenden Gefühlen
  • der Ressourcen-Raum, der ein Experimentierfeld für sinnliches Tun darstellt. Ein Schwerpunkt ist da schon das bewusste Tun mit dem Körper. Eine Ressource sollte verkörpert werden! Das Darstellende Medium, also den (sanften) Einsatz des Körpers (dazu wird es viele Übungen geben) und die Bildenden Medien wechseln sich ab und geben Einblick in Stabilisationsprozesse. 
  • ob Traumakonfrontation überhaupt möglich ist und wenn ja, wie?
  • Wie die Klient*innen daheim die Erfahrungen integrieren und was Neuorientierung überhaupt bedeutet!

Referent*innen (alphabetisch gereiht)


Sabine Baumgartner

Ganzheitliche Kunsttherapeutin AKT, Traumatherapeutin, Kunstbezogene Supervision, ÖBKT Beirat und Regionalvertreterin, Psychologische Beratung LSB, www.kunsttherapie.me

 

Stefanie Estermann-Lagally

M.A., Psychologische Beratung LSB, Kunst- und Tanztherapeutin, ÖBKT, DVP, BTD, Trauma-Pädagogin i.A, DeGPT Therapeutic Touch i.A., www.Neueschritte.at

 

Mag. Ines Kelz

Ganzheitliche Kunsttherapeutin AKT,

Traumatherapeutin,

Psychologische Beratung LSB, 

www.inesart.at

 

Timm Smutny

MA, Kunsttherapeut - intermediale Kunsttherapie, ÖBKT, geistlicher Begleiter, Lehrgangsleitung Kunsttherapie und Pädagogik an der priv. pädagogischen Hochschule der Diözese Linz,
Traumazentrierte Fachberatung (DeGPT/Fachverband Traumapädagogik), www.kunsttherapie.space

 

Dr. Heinrich Wolfmayr

Facharzt für Psychiatrie und Neurologie

ÖÄK Diplom Psychotherapeutische Medizin

ÖÄK Diplom Psychosomatische Medizin

Dipl. Kunsttherapeut (WSK)